Walderlebniswanderung

Wie heißt es doch so schön, es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Also bin ich mit meinen beiden Jungs, 4 und 5 Jahre alt, bei strömenden Regen nach Schonach zum Haus des Gastes gefahren. Ich hatte schon gedacht die Wanderung fällt wortwörtlich ins Wasser, aber die Teilnehmer waren alle schon freudig versammelt. Nachdem sich die Waldpädagogin und der Forstwirt vorgestellt hatten, liefen 13 Erwachsene und 7 Kinder, alle in Richtung Wald.

Endlich hatte auch der Regen nachgelassen und wir machten unseren ersten Halt an einem Felsen mit der Inschrift „Schonacher Schalenstein Pfad“. Dieser führt an vielen, unterschiedlich großen Gesteinsbrocken, welche echte Naturdenkmäler sind, vorbei. Einige sind mit ihren Vertiefungen richtig imposant. Wir sind aber nur ein kleines Stück auf diesem Pfad entlang gelaufen und machten große Augen, als wir ein paar größere Kids hoch oben auf einem Baumhaus entdeckten. Die Waldpädagogin erzählte uns, wie das ganze Projekt entstanden ist und das es in dem Baumhaus sogar einen Ofen gäbe. Hut ab, dachte ich mir nur und wäre am liebsten auch einmal hinauf geklettert.

Die 5 kleineren Wanderer hatten unterwegs richtig viel Spaß und als aus dem großen Rucksack von Ingrid ein Gläschen Waldhonig heraus kam, waren nicht nur diese 5 hoch erfreut. Jeder durfte mit einem Löffelchen diesen kräftigen Tannenspitzensirup probieren und er war wirklich sehr gut.

Unterwegs wurden uns verschiedene Baumarten gezeigt, wie man sie erkennen kann und das es gut ist, wenn in einem Tannenwald auch Laubbäume wachsen. Es lockert das Bild des Waldes auf und der saure Boden freut sich auch. Ich fand es super, dass sich die Waldpädagogin so schön mit den Kindern beschäftigt hat, denn wenn Herbert der Forstwirt uns von seinem Wissen erzählte, war es für die Jüngsten doch eher uninteressant. Diese haben dann kurzerhand eine Tannenzapfen-Weitwurf veranstaltetet oder sie sind als kleine Forscher mit ihren Lupen durch den Wald getigert.

Am Hummelhof entlang, freuten wir uns über eine lautstarke, tierische Begrüßung von einigen Puten. Als wir dann aus dem Wald heraus kamen, wurden wir mit einer wunderschönen Aussicht auf den Schwarzwald belohnt.

Auf einem Wegweiser mit der Aufschrift „Paradies Hof“ ließ uns erahnen, dass wir unserem Ziel sehr nahe waren. Ein langer, abfallender Weg brachte uns direkt auf den Hof von Herbert dem Forstwirt. Die Kinder stürmten sofort in den Kuhstall, wo sie kleine Kälber und junge Katzen bestaunen und knuddeln konnten. Der Rest freute sich auf den herzlichen Empfang der Familie Fehrenbach am Kuchenbuffet. Ausgeruht und gestärkt bedankten wir uns für die Gastfreundlichkeit und machten uns bereit für den Rückweg. Im Dorf angekommen las uns Ingrid zum Abschluss noch eine ihrer vielen, netten Verse über den Wald vor, lobte die Kinder für ihr Durchhaltevermögen und verteilte an alle Teilnehmer noch einen lustigen Aufkleber. Im Auto sitzend, war ich dann doch froh, die 7 km mit den Jungs geschafft zu haben, dafür das mich der Regen am Anfang so abgeschreckt hatte und ich am liebsten umgedreht wäre, war der Nachmittag wirklich gelungen. Und trotz meiner Müdigkeit nach der Wanderung, durchdrang mich eine tiefe, innere Glückseligkeit und ich wusste sofort, dass war die Kraft des Waldes. Danke an Ingrid und Herbert für dieses tolle Walderlebnis.